Entrümpeln und Loslassen der alten Be-schwerungen

Der Frühling naht in großen Schritten, alles sprießt und uns Menschen zieht es nach draußen in die Sonne, hinein ins Leben. Es ist Zeit zu entrümpeln, Frühjahrsputz zu machen und sich mitnehmen zu lassen in mehr Leichtigkeit. Und da sind wir auch schon im Thema. Wovon lässt du dich manchmal noch be-schweren? Worüber beschwerst du dich? Womit bist du im Moment noch im Unfrieden? Was schleppst du noch an Altem und unerledigten mit dir herum, wie einen alten und schweren Mantel?

In unserer Arbeit als Paar-Coaches erleben wir immer wieder, wie Paare sich alte, längst vergangene Erlebnisse vorwerfen. Damit beleben sie jeden Tag wieder das alte Gefühl der Verletzung, fühlen immer wieder die gleichen alten, eigentlich ja längst vergangenen Gefühle, wenn sie sie nicht täglich wieder aus der Mottenkiste ziehen würden. Kennst du das? Das machen wir natürlich nicht nur in Partnerschaft, es gelingt uns allen sehr  gut auch mit Arbeitskollegen, Freundschaften, Eltern, Geschwistern, Nachbarn – diese Liste ließe sich endlos fortführen.

Es ist sicherlich gut und wichtig Verletzungen anzusprechen, sie zu fühlen, eine neue Umgehensweise zu lernen im Miteinander, um dann weitergehen zu können. Genau dieser wesentliche Schritt fehlt jedoch manchmal in der Nachhaltigkeit, in der es ihn bedarf!

Wo hältst du noch fest an alten Verletzungen, Erlebnissen und belebst sie dadurch jeden Tag aufs Neue? Wo nährst du täglich Vorurteile, die dich selbst unfrei machen? Wo denkst du in alten Schubladen, die dich Neues und erfrischendes nicht sehen lassen?

Stell dir vor, du würdest mal kräftig durchlüften, durchreinigen, die eigene Festplatte reinigen und updaten, mal alles Alte gespeicherte löschen, was längst vorbei ist und so Platz für Neues schaffen, nicht nur in deiner Wohnung und auf deinem PC, sondern vor allem in dir.

Wir wollen noch ein bisschen provokativer werden.  Uns kommt das manchmal so vor, als wären wir alle süchtig. Süchtig nach der täglichen Dosis „shit“. Süchtig nach der alten körperlich, chemischen Zusammensetzung, die unser Körper viele Jahren gewöhnt war. Diese innerliche Zusammensetzung ist bei jedem von uns individuell und anders. Der eine kennt sehr gut Angst und Schuld, der nächste Wut und Trauer. Diese Gefühle sind wir gewohnt, wir wurden vielleicht sogar damit „groß“, wir haben sie lange erlebt und sind darin nahezu Experten. Hier fühlt sich unser Körper „zu Hause“, hier kennt er sich aus. Wir nennen das auch gerne „unser altes Ich“.

Wie sieht dein „altes Ich“ aus? Was hat es sich tagtäglich kreiert, womit hast du dich belastet und beschwert? Was ist längst überlebt? Was wäre mal an der Zeit nun wirklich loszulassen? Den immer gleichen alten Vorwurf, den Du wie eine Fahne vor Dir her trägst? Er beschwert letztlich nur dich!

Auch wir arbeiten im Moment viel mit unserem „alten ich“ und sind immer wieder erstaunt, wie viel Kraft es noch manchmal hat. Ich tendiere noch immer dazu aus allem leicht ein Drama zu machen, Angst und Druck in mir zu entwickeln, obwohl beides letztlich gar nicht nötig ist und beobachte mich gut darin.

Je achtsamer wir werden, umso schneller erkennen wir diese alten Muster, diese alten Mäntel, die es nun abzulegen gilt. Es ist nun an der Zeit den Körper mitzunehmen in eine neue Richtung, ihm das Vertrauen zu geben, das alte Zeiten vorbei sind und es nicht mehr nötig ist, sich an alten Dingen und bekannten Gefühlskonstellationen festzuhalten.

Überprüfe innere Regeln und Verbote, mit denen du tagtäglich in der Welt bist. Öffne dich für neue Möglichkeiten und Visionen, lasse Altes und beschwerendes, begrenzendes zurück und schaue mal ganz selbstehrlich, wonach du am Tag so süchtig bist. Süchtig nach künstlich erzeugtem Stress und Druck? Süchtig nach dem Gefühl des Mangels, nicht genug zu bekommen, der Idee in dir, es müsse mehr sein, es reicht nicht?

Süchtig nach Anerkennung? Süchtig nach Abwechslung, nach Neuem, nach Aufregendem? Welchen Kick fordert Dein Körper täglich ein und tut dir das wirklich noch gut, oder ist es Zeit es hinter dir zu lassen, es nun in der Sonne wegschmelzen zu lassen und dich auf das Hier und Jetzt, auf die Leichtigkeit und das schöne Leben einzulassen!

Wir wünschen dir viel Freude dabei und grüßen dich aus dem frühlingshaften Berlin.

Christina und Walter

Herz über Kopf