Ganz leicht – oder? Manchmal ist uns das nicht so klar und wir scheuen sehr vor dem Handeln zurück. Warum ist das so? Was hält uns zurück, warum kommen wir manchmal so schwer ins Handeln?

Ich glaube auch hier greifen wieder alte Muster, unreflektiert und oft sogar unausgesprochene, übernommene Regeln von anderen, die dringend mal erneuert und überprüft werden dürfen. Oftmals haben wir natürlich vielleicht auch Angst, andere mit unserem Handeln einzuschränken, zu verletzen, oder auch zu scheitern.

Zudem ist es in Deutschland irgendwie verpönt Dinge einfach mal auszuprobieren und vieles wird sofort eingeordnet  in „gescheitert oder geglückt“, dabei ist doch letztlich alles das was wir tun, nicht mehr und nicht weniger als eine Erfahrung. Wir haben schon sehr vieles ausprobiert, sind in manchem vermeintlich „gescheitert“ und haben für uns festgestellt, dass alles für etwas im Nachhinein sehr gut war.

Es hat uns viel gelehrt, uns dadurch sehr geholfen und uns so mehr und mehr unseren Weg geebnet. Handeln kann auch den Anderen ermutigen mehr ins Handeln zu kommen. Vielleicht verletzt es auch den Menschen gar nicht, für den Du Dich zurückhälst! Vielleicht wäre es auch für ihn ein großes Geschenk, wenn Du endlich ins Handeln kommen würdest!

Als ich letztes Jahr meiner Schwester eröffnete, dass ich wegziehen werde, war sie zunächst geschockt und sehr traurig. Schließlich hat sie außer mir keine Familie und ich war immer schon ihre Hauptansprechpartnerin und Vertraute, weil wir früh ohne unsere Eltern aufwachsen mussten. Dennoch war es mein Herzenswunsch und ich durfte ihm nachgehen, auch wenn es mir nicht leicht fiel. Mittlerweile wissen wir beide, wie gut es war, dass ich gegangen bin. Sie hat so viele Freundinnen gefunden, sich Ihr ganz eigenes Königreich geschaffen und ist so richtig in ihre Größe gekommen. Ich bin sicher, dass sie das nicht so hätte tun können, wenn die große Schwester weiterhin um sie herum gewesen wäre.

Zum Thema Handeln fällt mir gerade noch ein anderes, vielleicht profanes, aber beispielhaftes Erlebnis ein. Ich lieeeeebeee es, meine Beine auf den Tisch zu legen, besonders wenn wir auf der Terrasse sitzen und entspannt in die Weite schauen, einen leckeren Soja-Latte in den Händen und die Frühlingssonne auf dem Gesicht. Leider „darf man“ das nicht. Es gehört sich nicht. Tja – schade! Ich liebe es aber – und nun?

Zu einem perfekten Date mit meiner Schwester, so kürzlich geschehen, würden aber die Beine auf den Tisch gehören, das entspannt mich mega, fühlt sich einfach gut und frei an. Ihre fast dreijährige Tochter mit am Tisch, zudem noch mein Patenkind, verbot mir das innerlich. Ich wollte ja schließlich ein gutes Vorbild sein ;-). Was macht der kleine Sonnenschein zuallererst – sie legt ihre Beine auf den Tisch – völlig entspannt und selbstverständlich. Das brachte mich zum Lachen und wir analysierten mal für uns, was eigentlich so schlimm daran ist! Wenn es gut tut und Freude macht, was kann daran verwerflich sein?

Bei mir ist es die Angst mich daneben zu benehmen, es könnten ja die anderen Nachbarn sehen und sich denken.. – ja was könnten sie sich denn denken? Ist es nicht sehr häufig bei uns die Angst davor was andere denken könnten? Die Angst verurteilt zu werden? Wir lieben es da unsere „Drittel Regel“ anzubieten,  in unseren Seminaren und Ausbildungen.

Ein Drittel der Menschen wird es doof finden, ein weiteres Drittel interessiert es kein bisschen, es ist ihnen quasi völlig egal und das dritte Drittel findet es toll! Diese Regel greift letztlich bei allem was Du tust – oder eben nicht tust!

Also warum nicht gleich das tun, was uns gefällt, so wie es schon Pipi Langstrumpf so klug sagte! Wenn es uns gut tut? Wenn es uns Freude macht? Das ist doch letztlich das, was am Ende des Tages wirklich zählt! Am Ende des Tages zählt wie oft Du Freude hattest, gelacht hast, glücklich warst und Dich für das Leben begeistern konntest!!!! Ein Drittel zerreisst sich doch sowieso IMMER das Maul, so wie meine Oma zu sagen pflegte!

Und das lässt sich auf alles was mit unserem Handeln zu tun hat ausdehnen! Wir sollten das was uns wichtig ist, was uns Freude macht, wo wir in unseren Herzen einen Sog spüren können, eine Freude, ein Feuer, das sollten wir einfach ausprobieren!! Was kann schon geschehen? Was kann wirklich geschehen? Frag Dich das! Überprüfe die Realität! Die meisten Entscheidungen sind nicht in Stein gemeißelt. Du kannst sie jederzeit widerrufen, sie rückgängig machen. Erlaube Dir die Freiheit dies zu tun und es wird deutlich leichter.

Wir haben mal eine Lachcoach Ausbildung in Spanien gemacht, Walter und ich. Ich kann zwar kein Spanisch, aber war natürlich dabei. Es war unglaublich, weil die Übungen die unsere Ausbilderin uns anbot, wirklich herausfordernd waren. So durften wir in einer Übung mit Riesenohren ( ja, Riesenohren , wer es ausprobieren mag, die gibt es besonders an Fasching überall zu kaufen!) den ganzen Tag rumlaufen, Auto tanken etc. Das war sehr interessant. Was glaubt ihr was geschehen ist?

Genau! Nichts! Uns hat NIEMAND darauf angesprochen! Ist Euch das schon mal aufgefallen?? Lauf mal den ganzen Tag lang mit „Pullover verkehrt rum angezogen“, oder Hosenlatz offen, rum. Es kann durchaus sein, das Dich am Ende des Tages noch immer niemand darauf angesprochen hat! Ist das nicht interessant? Manchmal frage ich mich nach solchen Erlebnissen, ob das den Menschen tatsächlich nicht aufgefallen ist?!

Also dürfen wir uns ruhig mehr trauen, vielleicht würden sich die anderen das ja letztlich auch wünschen! Einer darf immer vorausgehen und neue Dinge ausprobieren! Es müssen ja nicht Riesenohren sein, aber schau mal, dass Du heute Deine Komfortzone verlässt und mindestens drei Dinge machst und ausprobierst, die Du sonst vielleicht normalerweise gelassen hättest!

Ihr könnt Euch also denken, wie wir drei an diesem Tag in der warmen Frühlingssonne saßen?  Strahlend, miteinander lachend, losgelöst und frei – und natürlich mit den Unterschenkeln auf dem Tisch ;-).. probierts mal aus! Es lohnt sich!

In diesem Sinne, liebe Grüße von Christina, Walter und Aurelia ( meinem Patenkind ;-))